Fahrplan

Verein Furka-Bergstrecke
Sektion Nürnberg


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Vereinsreise 2002


Die Sektion Nürnberg führt seit den neunziger Jahren alljährlich eine Reise in die Schweiz durch, um unseren Mitgliedern und Interessenten zu ermöglichen, schnell und kostengünstig sich vor Ort selbst ein Bild von den Aktivitäten der Dampfbahn Furka-Bergstrecke zu machen.

Ziel dieser Reisen war natürlich meist, wenngleich nicht immer, der Fahrbetrieb der DFB. In vielen Fällen bedienten wir uns für die Anreise in die Schweiz eines Speisewagens der IGE, was eine superbequeme und komfortable Anreise bedeutete. Da die DB nun seit letztem Jahr nicht mehr willens und auch nicht mehr in der Lage ist, durchgehende Kurswagen von Nürnberg in die Schweiz zu fahren, mussten wir uns diesmal zwangsläufig nach einer Alternative umsehen. Schweren Herzens beschlossen wir, mit dem Bus zu unserem Zielort in der Schweiz anzureisen. Die Fahrten in der Schweiz selbst machten wir als echte Eisenbahnfreunde selbstverständlich weiterhin mit dem Zug.

Und so ging es am 1.8.2002 um 8 Uhr morgens bei Regenwetter los. Ziel der Reise war - wie schon 2 Jahre zuvor- die wunderschöne Bündner Hauptstadt Chur. Dabei wollten wir für die Hinreise die Flexibilität des Busses nutzen, um unterwegs bereits andere eisenbahntechnisch reizvolle Ziele mit einzubinden. Erste Etappe war der Achensee in Österreich mit seinem wunderschönen intensiv grünen Gebirgswasser. Von Achenkirch am Nordufer des Sees ging es mit dem Motorschiff "Tirol" bei mittlerweile traumhaftem Wetter den gesamten See entlang zum Südufer, wo an der Schiffsstation Seespitz bereits das erste Schmankerl auf uns wartete, die Achenseebahn, die älteste ausschliesslich mit Dampf betriebene Zahnradbahn.






Sie brachte uns in 40 minütiger Fahrt hinab ins schöne Inntal nach Jenbach. Dort wartete bereits der Dampfzug der Zillertalbahn, die dieses Jahr ihr 100. Jubiläum feiern konnte.






Am Endpunkt der Zillertalbahn in Mayrhofen wartete wieder unser Bus, der ab Achenkirch voraus gefahren war. Nun ging es noch vorbei an Jenbach und Innsbruck sowie durch den Arlbergtunnel hinüber nach Chur, das wir gegen 20.15 Uhr nach einem sehr erlebnisreichen Tag erreichten. Nach einer grossen Portion Züricher Geschnetzeltem mit Rösti im Restaurant Steinbock gegenüber dem Churer Hauptbahnhof fielen fast alle ziemlich müde in die ausgezeichneten Betten des Hotels ABC Terminus, das wir ebenfalls schon von unserer Reise vor zwei Jahren kannten. Es liegt sehr zentral schräg gegenüber dem Churer Bahnhof und ist für uns Zugfahrer sehr bequem, doch leider gibt es weit und breit keine Parkmöglichkeit für Busse.

Und so kam es, dass der nächste Tag für unseren Busfahrer etwas hektisch begann. Bereits zum Frühstück erschien die Churer Polizei und forderte ihn ultimativ auf, sofort den Bus zu entfernen. Aber nach grosser Aufregung war die Polizei sogar bei der Suche nach einem Parkplatz behilflich.






Es gibt eben doch noch nette Polizisten in der Schweiz! Wir machten an diesem wettermässig wunderschönen Tag einen Ausflug mit den schönen blauen Wagen des Arosa-Express hinauf in das ehemalige Bergdorf.






Besonders beliebt bei unseren Mitgliedern war hierbei der offene Aussichtswagen, der herrliche Ausblicke auf die wunderschöne Landschaft erlaubte. In Arosa angekommen, bedauerten viele eigentlich nur, dass der Arosa-Express so schnell war. Manche hätten noch stundenlang weiterfahren können.

Im Hotel Orelli stärkten wir uns, von den vielen schönen Eindrücken berauscht, bei einem vorzüglichen Mittagessen. Nach dem Essen blieb genügend Zeit zu einem Bummel durch das belebte Arosa oder rund um den Obersee.






Einige Teilnehmer fuhren sogar noch auf den Weisshorn-Gipfel mit seinem tollen Blick hinunter fast bis Chur. Am späten Nachmittag waren wir dann wieder in Chur, wo wir die DFB-Werkstätte besichtigten. Ganz herzlichen Dank gebührt hierbei Jörg Zahnd von der DFB, der es sich nicht nehmen liess, durch die Werkstätte zu führen, obwohl er selbst erst gerade von einer Dienstreise nach Haus gekommen war. Unsere Mitglieder waren jedenfalls sehr angetan von dem Engagement der Churer Werkstatttruppe und dem sauberen und ordentlichen Eindruck, den die Werkstätte hinterliess. Der Samstag, 3.8.2002 sollte dann ein Höhepunkt der Reise sein, die Fahrt mit dem Bernina-Express über die Bernina nach Tirano.







Doch wenige Tage vor der Reise erhielt unser Organisator und Reiseleiter die Hiobsbotchaft, die Berninastrecke sei wegen eines Brückenabgangs kurz vor Poschiavo infolge einer Mure unterbrochen. Ziemlich enttäuscht bestiegen wir trotzdem die schicken Panoramawagen des Bernina-Expresses und genossen die Fahrt über die beeindruckende Albulastrecke bis Pontresina, wo es hiess, umsteigen auf zwei von der RhB bereitgestellte Busse. Auf der Strasse befuhren wir den Bernina-Pass und weiter hinab ins Tal nach Poschiavo, wo wir auch die von der RhB bereits installierte, aber noch nicht in Betrieb genommene Hilfsbrücke sehen konnten. In Poschiavo mussten die Busse dann ca. eine halbe Stunde bis zur planmässigen Abfahrtszeit des Bernina-Express warten, da -entgegen meinen Befürchtungen- die Busse wesentlich schneller waren als der Bernina-Express.






In Poschiavo stieg auch ein Teil der Gruppe (die echten Eisenbahnfans) um in den Zug, um wenigstens die letzten Kilometer stilgerecht mit dem Zug nach Tirano zu fahren.

Ein Fehler, wie sich noch herausstellen sollte. Denn während die im Bus verbliebenen Teilnehmer ganz gemütlich bei einem hervorragenden italienischen Menü im sehr schönen Hotel Bernina in Tirano speisten, traf die restliche Gruppe im Zug auf einen Amok laufenden Schaffner. Obwohl die Hostess des Bernina-Express versprochen hatte, Ihren Kollegen vom Regionalzug Poschiavo-Tirano zu verständigen,dass ein Teil der Gruppe nicht mit dem Bus, sondern ab Poschiavo mit dem Zug fahren würde, ist diese Information bei dem Schaffner offenbar nicht angekommen. Und obwohl alle Reiseteilnehmer ihre Kontrollkarten vorweisen konnten, wollte der Schaffner im Zug wohl ein Exempel statuieren und unbedingt eine Nachlösung verlangen. Erst nach längerer Diskussion in Tirano gestattete der Schaffner wenigstens einem Reiseteilnehmer den Gruppenschein beim Reiseleiter im Hotel Bernina zu holen. Schade, das kundenunfreundliche Verhalten dieses Schaffners hat in wenigen Minuten das gute Image zerstört, das die RhB in jahrzehntelanger mühevoller Arbeit aufgebaut hat. Daran ändert auch nichts, dass der Schaffner nach enger Auslegung der Tarifbestimungen formal wohl im Recht war. Aber insgesamt gesehen, hat dieses Verhalten des Schaffners die als Höhepunkt der Reise vorgesehene Fahrt im Bernina-Express gerade bei den echten Eisenbahnfans der Gruppe doch beträchtlich getrübt, zumal man solch kleinliches Verhalten gerade bei den Schweizer Bahnen sonst nicht gewohnt ist.

Aber trotz allem rückte am nächsten Tag unsere Heimfahrt unerbittlich näher. Auf direktem Wege ging es diesmal mit einstündiger Pause in Vaduz, der Hauptstadt von Lichtenstein durch das Pfändertunnel, sowie über die Autobahn Lindau-Ulm-Crailsheim wieder zurück nach Nürnberg, wo wir mit vielen neuen und schönen Eindrücken gegen 16.15 Uhr wieder wohlbehalten eintrafen. Und nächstes Jahr zum 20 jährigen Bestehen des Vereins Furka-Bergstrecke werden wir wohl wieder mit "unserer Bahn", der DFB fahren.

Norbert Baumann

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